Luzerner Grand-Casino-Gruppe: Erste Gewinnsteigerung seit knapp zehn Jahren

Luzerner Grand-Casino-Gruppe: Erste Gewinnsteigerung seit knapp zehn Jahren
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Seit 2007 konnte die Luzerner Grand-Casino-Gruppe, die das Grand Casino Luzern betreibt, keine Gewinnsteigerung mehr verzeichnen. Somit ist das Ergebnis des letzten Jahres besonders bemerkenswert: 2016 stieg der Konzerngewinn um 9,3 Prozent (1,19 Millionen Franken) – zudem durfte sich die Casino-Gruppe auch über mehr Besucher freuen. Auch die Kursaal-Casino AG hat leicht zugelegt.

Auch die Kursaal-Casino AG hat zugelegt

Die Zahlen haben sich in fast allen Bereichen verbessert: Die Bruttoeinnahmen sind gestiegen – auch in der Unterhaltungssparte konnte ein Umsatzplus von 6 Prozent erreicht werden. Auch wenn das Casino noch lange nicht an die „goldenen Zeiten“, die vor der Finanzkrise herrschten, anschließen konnte, so freuen sich die Verantwortlichen, dass es nun endlich wieder bergauf geht. „Die Casino-Branche hat die Talsohle durchschritten. Auch wenn die Rahmenbedingungen weiterhin schlecht sind, so blicken wir nun wieder optimistischer in die Zukunft“, so Guio Egli, der Kursaal-Verwaltungsratspräsident. Der starke Franken, die ausländischen Online-Spielanbieter und die hohe Regeldichte – all jene Faktoren sorgen für „schlechte Rahmenbedingungen“.

Ab 2019 gilt das neue Spielbankengesetz

Wolfgang Bliem ist der Casino-CEO und weiß, dass die neuen Spielideen und Automaten dafür gesorgt haben, dass der Ertragszerfall gebremst werden konnte. Die Investitionskosten lagen bei 2 Millionen Franken – die Investitionen haben sich, wenn ein Blick auf die Zahlen geworfen wird, jedoch gelohnt. Nun steht die Casino-Branche vor einer neuen Herausforderung – das überarbeitete Spielbankengesetz ermöglicht den Schweizer Betrieben, dass sie im Online-Geschäft mitmischen dürfen. Das Gesetz tritt mit 2019 in Kraft.

Sorgen Internetbarrieren für den gewünschten Erfolg?

Doch haben die klassischen Spielbanken überhaupt eine Chance, wenn der Markt bereits von den etablierten Online Casinos belagert wird? Wie hilfreich sind die Internetbarrieren, die dafür sorgen sollen, dass die ausländischen Glücksspiele nicht in der Schweiz angeboten werden dürfen? Schließlich können diese – wie viele Kritiker bemängeln – mit relativ wenig Auwand umgangen werden. Hinzu kommt, dass gerade viele jüngere und technologieaffine Schweizer in den geplanten Netzsperren vor allem einen Lobby-Erfolg der Spielbanken-Betreiber sehen, die sich nicht mit einem besseren Angebot der ausländischen Konkurrenz stellen wollen. Eine Regulierung des Marktes mit Einbezug ausgewählter internationaler Anbieter wie bspw. in Großbritannien wäre schließlich auch möglich gewesen.

Die Dividende bleibt unverändert

Das Luzerner Casino hat – nur in den letzten beiden Jahren – 500.000 Franken in die Entwicklung von Online-Glücksspielen investiert. Bis die Spiele jedoch freigeschalten werden, kann es noch dauern – bis dahin muss das Luzerner Casino hoffen, dass genügend Besucher kommen, die sich dem physischen Glücksspiel widmen. Die Zahlen zeigen, dass das Unternehmen recht anständig in das aktuelle Jahr gestartet ist. „Wir sind auf Budgetkurs“, so Wolfgang Bliem. Am 13. Juni findet die Generalversammlung statt. Im Rahmen der Versammlung soll die Dividende von 12 Franken/Aktie beschlossen werden.